WIE LANGE DAUERT EIN UNTERNEHMENSVERKAUF UND WELCHE STEUERLICHEN ASPEKTE SIND DABEI ZU BEACHTEN?

 Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf?

Die Dauer für den Unternehmensverkauf kann je nach Art der Unternehmensnachfolge und Anzahl der potentiellen Nachfolger stark variieren. In der Regel liegt der Transaktionszeitraum zwischen 6 und 12 Monaten. Je nachdem spielen auch Größe, Branche, Rentabilität und Region eine wichtige Rolle, wie lange eine Transaktion dauert. Die oft vorherrschende Erwartung, dass nach wenigen Treffen ein Kauf „per Handschlag“ besiegelt ist, mag im operativen Geschäft berechtigt sein, beim Unternehmensverkauf sollten Sie sich im Voraus jedoch gedanklich davon distanzieren.

 

 Welche steuerlichen Aspekte sind dabei zu beachten?

Mit der Unternehmensnachfolge gehen komplexe steuerliche Aspekte einher, die je nach Situation individuell zu lösen sind. Aufgrund dessen ist ein professionelles, steuerliches Beratungsorgan essenziell für eine erfolgreiche Transaktion.

In der Regel ist der langjährige Steuerberater die zentrale Stelle für die fachmännische Begleitung sowohl auf der Unternehmensebene als auch auf der privaten Ebene, sowie bei der Verbindung dieser beiden Bereiche.
Gerade im Mittelstand sind folgende Themenbereiche anzutreffen:

1. STEUERLICHE VORTEILE FÜR ALTERSNACHFOLGE

Veräußert eine Privatpersonen seinen Betrieb ist der Gewinn nach 16 EStG zu 100% Steuerpflichtig, jedoch gibt es hier Regelungen zu Freibeträgen sowie Tarifermäßigungen.#
Voraussetzung: Steuerpflichtiger hat das 55. Lebensjahr vollendet.

Freibetrag nach 16 (4) EStG (kann einmalig im Leben in Anspruch genommen werden):
Freibetrag = 45.000 €, ermäßigt um den Betrag, um den der Veräußerungsgewinn 136.000 € übersteigt.

Tarifermäßigung nach 34 (3) EStG (kann einmalig im Leben in Anspruch genommen werden):
Für Veräußerungsgewinne bis zu 5 Mio. €.

2. DIE BETRIEBSAUFSPALTUNG

Gerade in mittelständischen Unternehmen befinden sich die betrieblich genutzten Wirtschaftsgüter (z.B. Grundstücke) nicht im Besitz des Unternehmens (Kapitalgesellschaft) sondern im Besitz des Altinhabers als Privatperson. In diesem Fall sollten bei der Unternehmensübergabe diese Wirtschaftsgüter von der Haftungsmasse des Unternehmens getrennt bleiben, wobei man von einer steuerliche Betriebsaufspaltung spricht.

Die Betriebsaufspaltung birgt steuerliche Besonderheiten, die einer sorgfältigen Handhabe benötigen. Wird das Vorliegen einer Betriebsaufspaltung bei der Transaktion der Unternehmensnachfolge nicht korrekt abgewickelt, kann es nach Abschluss der Transaktion zu Aufdeckung von stillen Reserven mit Folge von hohen Ertragssteuerbelastungen kommen.

Im Zuge der Unternehmensnachfolge treten noch diverse weitere steuerliche Aspekte auf, die einer professionellen Betreuung bedürfen. Eine individuelle Abstimmung mit dem jeweiligen Steuerberater ist von höchster Bedeutung.

 

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 Welche rechtlichen Aspekte fallen dabei an?

Im Laufe einer Unternehmensveräußerung treten zahlreiche vertrags- und gesellschaftsrechtliche Fragen auf, die einer rechtlichen Beratung bedürfen.
Dazu wird eine Rechtsanwaltskanzlei benötigt.

Diese ist im Idealfall auf das Thema Unternehmensnachfolge spezialisiert und verfügt über entsprechende Erfahrung in der Ausarbeitung der nötigen Unterlagen:

1. VERTRAULICHKEITSVEREINBARUNG (NDA)

Die Vertraulichkeitsvereinbarung ist bei einem Unternehmensverkauf essentiell. Während der Verhandlungen mit potentiellen Interessenten ist es üblich unternehmensinterne Daten offenzulegen.
Um zu vermeiden, dass diese Informationen an Dritte weitergegeben werden, unterzeichnen Interessenten eine Vertraulichkeitsvereinbarung, mit der Sie sich zur Geheimhaltung verpflichten.

2. SCHRIFTLICHE ABSICHTSERKLÄRUNG – LETTER OF INTENT (LOI)

Mit der schriftlichen Absichtserklärung bekunden potentielle Käufer ihr ernsthaftes Interesse an der Durchführung der Transaktion. Die Absichtserklärung beinhalten meist bereits einen voraussichtlichen Kaufpreis sowie eine Zusammenstellung über das weitere Vorgehen.

3. KAUFVERTRAG

Der rechtliche Rahmen des Kaufvertrags wird ebenfalls durch die Anwaltskanzlei erstellt. Während dem Entwurf des Kaufvertrages ist eine kontinuierliche Rücksprache der rechtlichen Beratungsorgane mit dem M&A-Berater und dem Unternehmer notwendig.

 

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